14.07.2022
Energie, Sanierung

Naturdämmstoffe

Holz, Stroh und Co.. sind Naturdämmstoffe und stehen für eine nachhaltige Wärmedämmung.

Das stetig steigende Bewusstsein für Nachhaltigkeit und Umweltschutz führt dazu, dass Bauherren immer öfter zu hochwertigen ökologischen Baumaterialien greifen. Insbesondere werden immer häufiger Dämmungen aus natürlichen Rohstoffen bei Hausbau und -sanierung eingesetzt, was nicht nur die Umwelt und das Klima schont, sondern sich ebenfalls positiv auf unsere Wohngesundheit auswirkt.

Nachhaltige Dämmstoffe im Überblick 

Holz  
Der klassische Naturdämmstoff "Holz" bietet im Sommer und Winter eine hervorragende Hitze- bzw. Kältedämmung. Des Weiteren kann man Holzdämmstoff gut als Bodendämmung einsetzten, da dieser einen guten Schallschutz bietet. Für die Dämmung von Häusern wird Holz in Form von Holzfasern, -platten oder Zellulose eingesetzt. Holzfasern, die aus Sägeresten und Hackschnitzeln von Nadelhölzern stammen, können als loses Dämmmaterial verwendet werden oder man kann diese zu Matten verarbeiten und dann als Dämmstoff verwenden. Holzfaserdämmstoffe haben eine Wärmeleitfähigkeit von 0,040 Watt pro Meter und Kelvin und können somit als Holzweichfaserplatte für die Dachdämmung, als Putzträgerplatte für die Fassadendämmung oder zur Innendämmung eingesetzt werden. Holz reguliert die Luftfeuchtigkeit in den Räumen und erzeugt ein angenehmes Raumklima. Darüber Hinaus kann die Fassade mit Holz verkleidet werden, das nicht nur ein optischer Hingucker ist, sondern auch zusätzlichen Dämmschutz bietet. Hierbei ist allerdings eine Wärme- bzw. Außendämmung weiterhin notwendig, um Schimmelbildung zu vermeiden.  

Flachs und Hanf 
Mit Flachs und Hanf kann man sehr gut das Dach, die Wände und Böden dämmen. Während Flachs als Mattenform gerne an Dächern und Geschossdenken eingesetzt wird, ist Hanf darüber hinaus sehr gut für eine Wanddämmung geeignet. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von rund 0,040 Watt pro Meter und Kelvin, bieten diese Naturdämmstoffe einen sehr guten Wärmeschutz. Flachs und Hanf besitzen jeweils eine gute Schalldämpfungseigenschaften, so dass  sie sich auch gut als Trittschalldämmung eignen.

Stroh und Seegras
Der Naturdämmstoff Stroh wird aus Weizen, Hafer, Roggen oder Gerste hergestellt, was zu einem enorm niedrigen Energieaufwand für dessen Herstellung führt. Für die Dämmung an sich wird das Stroh zu Ballen gepresst, so dass der Feuchtigkeitsgehalt bei nur noch höchstens 15 Prozent liegt. Aufgrund der sehr guten Wärmespeicherkapazität eignet sich Stroh für die Dämmung von Dächer - aber auch für das Auffüllen von Hohlräumen an Türen und Fenstern. Stroh bietet auch eine sehr gute Schallschutzeigenschaft, wodurch man damit auch Fußböden dämmen kann. 

Seegras besitzt eine Wärmeleitfähigkeit von 0,042 Watt pro Meter und Kelvin. Die zerkleinerten und gereinigten Fasern werden für die Dämmung in Decken, Innen- und Außenwänden oder Dächern eingesetzt, wo sie in die Hohlräume gestopft oder eingeblasen werden. Das stetig nachwachsende Seegras bietet besonders umweltfreundlich Ernte, wobei die Herstellung und Aufbereitung nur wenig Energie verbraucht.  

Schilf 
Schilf nimmt keine Feuchtigkeit auf und verrottet kaum, so dass sich keine Fäulnis oder Pilze bilden können. Durch den hohen Kieselsäuregehalt hat es ebenfalls brandhemmende Eigenschaften. Gepresste Schilfrohre werden mit Drähten oder Schnur zu Platten verbunden, die sich bestens als Deckmaterial oder Putzgrund eignen.  

Schafwolle und Baumwolle 
Schafwolle ist ein Dämmstoff aus tierischen Fasern, der in Form von Vlies, Filz, Matten, Wollballen oder Platten für die Dämmung eingesetzt wird. Dieser Naturdämmstoff kann für Wänden, Böden und Dächern eingesetzt werden. Die Wolle kann bis zu 33 Prozent ihres Eigengewichts an Feuchtigkeit aufnehmen und speichert Wärme aufgrund ihrer vielen Hohlräume besonders gut. Sie hat eine Wärmeleitfähigkeit von 0,035 bis 0,045 Watt pro Meter und Kelvin und ist ebenfalls als Trittschalldämmung geeignet. Aufgrund des Eiweißproteins Keratin kann Schafwolle Schadstoffe binden und somit die Raumluft reinigen. 

Kork und Kokos 
Kork ist ein nachwachsender Rohstoff und kann vielseitig als Dämmmaterial verwendet werden. Da Kork wenig Nässe aufnimmt, eignet sich dieser sehr gut für die Dämmung von feuchtigkeitsanfälligen Bereichen. Mit einer Wärmeleitfähigkeit von 0,45 bis 0,055 Watt pro Meter und Kelvin ist Kokos ebenfalls ein effektiver Dämmstoff. Kokos wird aus den äußeren Fasern der Kokosnuss gewonnen. Diese werden dann zu Matten, Filzen oder Platten weiterverarbeitet. Kokos kommt vor allem in der Innendämmung zum Einsatz - eignet sich aber auch sehr gut als Außendämmung. 

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Eine Nahaufnahme eines Haufens braunen Holzes.
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